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Links zu den einzelnen Kapiteln:
einige Tour-Momente
Spezialalben für Sponsoren
«Good Day Sunshine» oder Rendezvous mit der ISS
beeindruckende HD-Bild- und Tonqualität
Konzertfilm vs. Tourdokumentation
die Versionen
Rezeption und Wirkung
«Es war ein Riesenspass, das zu tun! Zu Leuten zu singen, die schwerelos im Weltraum Purzelbäume schlagen», erzählt Paul McCartney über das Konzert in Anaheim vom 12. November 2005. Im Herbst des Jahres ging Paul auf eine 37 Konzerte umfassende US-Tour mit einem Abstecher nach Toronto in Kanada. Ihr Name war «US»-Tour, der Name ist Pauls Vorliebe für Wortspiele geschuldet, denn die meisten denken an die United States, Paul hatte das Pronomen us, also uns, im Sinn. Die Tour sollte ein grosses Wir-Gefühl zelebrieren, was innerhalb des 100-köpfigen Teams, der Band und auch bei den über 565 000 Zuschauern gelang, wie der Konzertfilm «The Space Within Us» zeigt.
einige Tour-Momente
Die Tour startete wenige Tage nach der Veröffentlichung des Albums «Chaos And Creation In The Backyard». Der Auftakt war in Miami, im Film sieht man Paul und den unveröffentlichten Song «Miami Beach» spielen, bis dato ist der Song nicht weiter veröffentlicht.
Einen Schockmoment erlebten Paul, Band und die Zuschauer am zweiten Konzert, als Paul in Tampa beim Rückwärtsgehen in ein Loch in der Bühne fiel. Er fiel nicht tief und blieb unverletzt, weil sich der Zwischenfall ereignete, als der Flügel aus dem Bühnenboden hinaufgehoben wurde. Der Vorfall ist ein Höhepunkt in «The Space Within US».
Spezialalben für Sponsoren
Bei der «World Tour» von 1990 liess sich Paul McCartney zum Tour Sponsoring überreden. Fünfzehn Jahre später war dies nicht mehr nötig, die «US»-Tour von Lexus und Fidelity Investments gesponsert. Mitte der 00er-Jahre investierte die Marketingabteilung von EMI Records viel, um ihre die Musik ihrer Künstler über neue Kanäle unter die Leute zu bringen, die Pensionskasse Fidelity Investments nahm Paul als Rock’n’Roll Gesicht unter Vertrag. Lexus war Presentig Sponsor der Tour und stellte die Tourfahrzeuge zur Verfügung. Im Gegenzug stimmte Paul zu, dass «Fine Line» von «Chaos And Creation» iin einem Werbespot für den Lexus RX 400 h, ein Hybrid SUV, verwendet werden konnte. Grundig, Sponsor der «New World Tour» von 1993, konnte «C’mon People» lizensieren.

Paul McCartney während des Konzertes in Anaheim am 12. November 2005.
Beide «US»-Toursponsoren hatten für ihre Kunden eigene Promotionsalben, Fidelity erhielt mit «Never Stop Doing What You Love», eine 15-Song Kompilation mit Songs aus den Jahren von 1970-1997, Lexus vertrieb über seine Händler ein 2CD-Set mit «Chaos And Creation In The Backyard» und dem Album Promo-Album «Motor Of Love» mit Songs von Paul, die Autos oder das Reisen zum Thema haben.
«Good Day Sunshine» oder Rendezvous mit der ISS
Seit die Astronauten auf dem Mond zum ersten Mal von der Missionskontrolle geweckt wurden, sind Wecklieder im Weltraum zu einer NASA-Tradition geworden, um den Tag ihrer Besatzungen zu starten. Am 9. August 2005 spielte die Missionkontrolle «Good Day Sunshine» von den Beatles für die Crew des Space-Shuttles Discovery (Mission STS-212) . «Ich war sehr stolz, als ich erfuhr, dass einer meiner Songs diesen Sommer für die Crew der Discovery gespielt wurde», sagte Paul. Er dachte: «Das ist so cool, das würde ich gerne live machen». Sein Tour-Team arrangierte die Details mit NASA arrangiert.
Am 12. November, dem zweiten Konzert in Anaheim, war es um 21.55 Uhr Lokalzeit so weit, die Verbindung wurde zur internationalen Raumstation ISS, die 220 Meilen über der Erde flog, hergestellt. Paul spielte «English Tea» von «Chaos And Creation» und «Good Day Sunshine».
Auf paulmccartney.com erzählte Paul: «Es war alles vorbereitet und wir wussten ungefähr, wann es in der Show passieren würde. Aber ich hatte zu unseren Leuten gesagt: ‹Könnt ihr mir irgendwie sagen, dass es noch 5 Minuten sind? Ihr wisst schon, wie ein Countdown?› Sie hatten also Karten, die sie hochhielten.» Pauls Zwei-Song Weckrufkonzert wurde live von der NASA im Internet übertragen und weltweit wurde darüber berichtet, auch in den Schweizer Medien.

Paul McCartney am 12. November 2005 während der Liveschalte zur Internationalen Raumstation ISS mit Astronaut Bill McArthur (rechts) und Kosmonaut Valery Tokarew.
Foto: paulmccartney.com
«Es war sehr aufregend! Und sie kamen zuerst ein bisschen knackend durch, dann kamen die Bilder durch und sie machten das schwerelose Ding! Ein kleiner Purzelbaum!», erinnerte sich Paul. «Und ich sagte: ‹Das ist einfach so cool! Könnt ihr das noch mal machen! Könnt ihr das mit der Schwerelosigkeit noch mal machen?› Und das Publikum liebte es! Es war wirklich etwas Besonderes.» Weitere Bands, wie U2, haben seither Schaltungen zu ISS vorgenommen.
beindruckende HD-Bild- und Tonqualität
Wie 1975, als Paul McCartney in der Vorbereitung der «Wings Over The World»-Tour in der Lautsprecher-Fabrik von Marshall vorbeischaute, um sich selbst von der Qualität der neuen Verstärker zu überzeugen, kümmerte er sich in der Vorbereitung der «US»-Tour auch um mehr als nötig, weil sein Name auf dem Plakat steht. «Wenn etwas schief geht, macht man mich dafür verantwortlich», sagt Paul in einem Interview auf der DVD.
Die Technik hat in den 2000er-Jahren dank der Digitalisierung einen Quantensprung gemacht. Beim ersten Konzert am 16. September in Miami war diese state of the art. Paul liess die Konzerte von 25 High-Definition-Kameras filmen. Heute Standard, war dies 2005 ein Novum. Die Ton-Abmischung von David Kahne, der 2001 «Driving Rain» und 2002/2003 die Livealben «Back In The U.S.» und «Back In The World» produzierte, holt viele Details aus der Musik heraus und erreicht beinahe schon Studioqualität. Das Klangspektrum ist, wohl auch den neuen Produktionstechniken geschuldet, voller als noch 1990 bei «Tripping The Live Fantastic».

Paul während des Konzertes am 23. November in Phoenix, Arizona.
Foto: paulmccartney.com
Konzertfilm vs. Tourdokumentation
Regie führte bei «The Space Within US» zum dritten Mal Mark Haefeli. Es ist ihm gelungen, den Gemeinschaftsgedanken der «US»-Tour, die Paul im Sinne hatte, abzubilden, so folgt der Film verschiedenen Erzählsträngen, Paul und der Band auf der Tour und ins Stadion sowie den Familien Pieschel und Decker, die beide als Clan ans Konzert fahren. Haefeli ist gelungen, die gute Stimmung, die während den Konzerten auf der Bühne und im Publikum geherrscht haben, einzufangen. Dank der Digitalisierung und der HD-Aufnahmen sind die Bilder ohne Rauschen und Kratzer und die Farben wirken noch intensiver.
Die brillante Bild- und Tonqualität können jedoch nicht über den Hauptkritikpunkt hinwegtäuschen, dass Haefeli leider zum dritten Mal dasselbe Konzept angewendet hat anstelle eines Konzertfilmes, als das «The Space Within US» vermarktet wird, eine Fernsehdokumentation über die Tour gedreht. Ständig wird das Konzert von Interviewfetzen unterbrochen. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen «Back In The U.S.» (2002) und «In Red Square» (2004) hat Haefeli die Unterbrüche auf ein Minimum reduziert, dafür zwischen allen Songs eingemischt.

Gedenkmünze, die anlässlich der Liveschaltung zur ISS geprägt wurden.
Das Problem liegt nicht nur beim Regisseur, sondern bei Paul McCartney selbst, der schon bei der «Bruce McMouse Show» 1972 dachte, dass ein reiner Konzertfilm nur mit ihm und der Band langweilig wäre. Doch Genau dies möchte das Publikum aber sehen, sich ans Konzert erinnern, das man besucht hatte oder nacherleben, was man verpasst hat. Interviews sind Bonusmaterial. Und sonst sollte die DVD als Dokumentation und nicht als Konzertfilm vermarktet werden.
Für die Dokumentation wurden zig Interviews geführt, u.a. mit Eddie Vedder, Herbie Hancock, Jay-Z, Tony Bennett oder Paul Stanley von Kiss, Steve Jobs, Produzent Phil Ramone und nicht zum ersten Mal ist in einer McCartney-Dokumentation der ehemalige US-Präsident Bill Clinton zu sehen. Leider wird in den verwendeten Interviewstücken zu oft der Teil genommen, in der die Personen betonen, wie grossartig Paul McCartney ist.
die Versionen
«The Space Within US» erschien genau ein Jahr nach dem Konzert in Anaheim und der Liveschaltung zur ISS als DVD mit 148 Minuten Laufzeit, der Konzertfilm dauert 115 Minuten. Das Bildformat ist 16:9, die DVD enthält neben der herkömmlichen Stereo-Abmischung Tonspuren in Dolby Digital 5.1 Surround und Sonys DTS 5.1 Surround Sound. Den Begleittext im Booklet schrieb Regisseur Cameron Crow.
Neben der Standard-DVD wurde eine Deluxe Edition veröffentlicht, die auf einer Bonus Disc das «All Acces Radio Interview» als CD hatte. Diese enthält das auf eine Stunde gekürzte Interview von Premiere Radio Networks, das erstmals am 15. Dezember 2005 ausgestrahlt wurde. Im Prinzip erzählt es einen Tourtag nach und resümiert die Höhepunkte der US-Tour, wie Pauls Sturz in Tampa oder das Rendez-vous mit der ISS. Uber die meisten gespielten Songs wurden Auszüge des Interviews als Voice-Over gelegt. Weshalb die CD leider nicht als Konzert-CD durchgeht, was okay ist, sie ist als Radiosendung deklariert. In den USA war diese Sonderausgabe nur in den Best Buy-Filialen erhältlich.

Paul McCartney 2006 anlässlich eines PR-Events zur Veröffentlichung von «The Space Within US».
2008 wurde «The Space Within US» auf Blue Ray veröffentlicht, wird heute gerne im Fernsehen gezeigt und ist steht in vielen Streamingplattformen zur Verfügung. Es wäre schön, wenn «Chaos And Creation In The Backyard» in der «Archive Collection» veröffentlicht würden, «The Space Within US» und die die «All Access» Radiosendung wären zwei Bonusdiscs. Da für den Film nicht das gesamte Konzert verwendet wurde, könnte dieses auf 2 Bonus-CDs veröffentlicht werden.
Rezeption und Wirkung
Richie Unterberger von allmusic.com nennt «The Space Within US» eine extrem gut gefilmte Dokumentation und vergab 3,5 von 5 Sternen. Colin Jacobson von dvdmg.com schreibt, dass die DVD am mangelnden Fokus auf das Konzert leidet und deshalb nicht das Produkt wäre, das sich der Autor gewünscht hätte.
Die amerikanische Cinema Audio Society zeichnete 2007 die beiden musikalischen Produzenten Matt Foglia (Re-Recording Mixer) und David Kahne (Music Mixer) mit dem C.A.S. Award aus für: Outstanding Achievment in Sound Mixing for Television in der Sparte Non Fiction, Variety or Music – Series or Specials.
«The Space Within US» erreichte in den USA Platz 3 in den Music Video Charts, anderenorts wurden bereits separate DVD Charts geführt: In Dänemark und Norwegen klassierte sich die DVD auf Rang 5, je ein 8. Platz resultierte in Ungarn und Italien, Spanien und Holland vermeldeten Platz 15, Australien Rang 16 und in Tschechien klassierte sich die DVD auf dem 19. Rang. Da Paul McCartney weder 2005 noch 2006 in der Schweiz, Deutschland und Österreich Konzerte gab, konnte sich «The Space Within US» nicht in den Hitparaden platzieren.
Paul McCartney speilt am 12. November 2005 «I Will». Screenshot von «The Space Within US»
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Trackliste
Intro
Magical Mystery Tour
Flaming Pie
Let Me Roll It
Drive My Car
Till There Was You
I’ll Get You
Eleanor Rigby
Maybe I’m Amazed
Got To Get You Into My Life
Fine Line
I Will
I’ll Follow The Sun
Good Day Sunshine
For No One
Hey Jude (Fragment)
Fixing A Hole
Penny Lane
Too Many People / She Came In Through The Bathroom Window
Let It Be
English Tea
I’ve Got A Feeling
Follow Me
Jenny Wren
Helter Skelter
Yesterday
Get Back
Please Please Me
Credits - Miami Beach
Bonus:
US-Tour Pre Concert Film
On The Road With US
More About Us
Sound Check Songs
Sound Check Songs:
Whole Lotta Shakin’ Goin’ On
Friends To Go
How Kind Of You
Limited Edition Bonus CD
Paul McCartney: All Access
Tracklist
Magical Mystery Tour+
Live And Let Die
Back In The U.S.S.R+
Fixing A Hole+
Helter Skelter
Midnight Special°
Fine Line
Maybe I'm Amazed+
Jet+
Too Many People+
She Came In Through The Bathroom Window+
Please Please Me°
Follow Me
Please Please Me+
Good Day Sunshine
English Tea
Band On The Run+
+ Ausschnitte oder Songs, die ein Interview Voice Over haben.
° Soundchek Aufnahmen
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