mit Entschlussraft und Teamgeist

28. Juni 2021


Zwei Stunden nach dem Hagelgewitter ist der grosse Moment: das EM-Achtelfinale zwischen Frankreich und der Schweiz beginnt. Die Schweiz spielt gut, die Franzosen finden nicht ins Spiel und geraten nach einer Viertelstunde in Rückstand. Die Schweizer können den Vorsprung in die Pause mitnehmen. In der zweiten Halbzeit spielt Frankreich stellt Frankreich das System um und spielt mit gewohnter Manier und findet so ins Spiel: Drei Minuten zwischen der 65 und 70 reichen, damit der Weltmeister das Spiel dreht und 2:1 in Führung geht. Nach ein paar Minuten folgt gar das 3:1. Ca y est, die Schweiz ist eine Viertelstunde vor Schluss besiegt und zum vierten Mal nacheinander im Achtelfinale eines Turniers ausgeschieden.

Doch ein Fussballmatch ist erst fertig, wenn er abgepfiffen wird. Die Schweizer geben sich nicht auf und spielen weiter, wie wenn nichts geschehen wäre, derweil Frankreich einen Gang zurückfährt. In der 82 Minute fällt der Anschlusstreffer, fünf Minuten später wird der Ausgleich wegen Abseits aberkannt. In der letzten Minute schiesst Mario Gavranovic doch noch den Ausgleich – Verlängerung. In der folgenden halben Stunde hat die Schweiz mehrheitlich Oberwasser, es kommt aber zu gefährlichen Chancen hüben und drüben, doch am Resultat ändert sich nichts mehr. Die Eidgenossen haben sich das Penaltyschiessen erkämpft. Ausgerechnet! Vor 15 Jahren an der WM in Deutschland haben sie im Penaltyschiesesn gegen die Ukraine keinen einzigen versenkt. Nicht so heute, jeder Schütze trifft. Es folgt womöglich der letzte entscheindende Penalty, Kylian Mbappé nimmt Anlauf. Er muss treffen. Und wie so oft, wenn ein Superstar sich diese Verantwortung aufbürdet, scheitert er. Respektive Goalie Jan Sommer pariert den Elfer. Nun brechen alle Dämme, die Schweiz ist im Viertelfinale, Weltmeister Frankreich ist gescheitert. Die Schweizer Mannschaft hat mit Entschlusskraft und Mannschaftsgeist letztendlich verdient gewonnen.

Ist es Corona geschuldet, dass dieses Jahr die Autokorsos ausgeblieben sind? Bis heute und zum Viertelfinaleinzug der Schweiz blieb es nach den Spielen ruhig, bei früheren Turnieren wurde von fast allen gehupt, von Italienern, Spaniern, Portugiesen, aber auch Kroaten. Die halbe Nacht fahren nund hupende Tellensöhne durch die Stadt.


 

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